Wenzel: Das Abschminklied

Still vom Klatschen und vom Schreien
Über meine derben Witze,
Steh ich plötzlich vor den Reihen,
Einsam, all der leeren Sitze.
 
Ausgetrocknet sind die Lippen,
Hals und Kopf sind leer gesungen,
Stechend ist in meiner Rippen
Käfig mir mein Herz gesprungen.

Stunden später, müd, beim Feste,
Einen scharfen Schnaps im Glase,
Stierte eine auf die Reste
Schminke über meiner Nase.

Aussatz ziert mich! Einen Narren
Hast du neben dir zu sitzen.
Hoffst, ich zög dir jeden Karren
Aus dem Dreck, mit meinen Witzen.

Freilich könnt ichs! Nur Sekunden,
Da die Augen sich noch drehen
In artistisch großen Runden
Um die Augen, die mich sehen.

Alles, was ich hab, verteil ich,
So erfinde ich mein Glück.
Meine Narrenfreiheit freilich
Ist ein lächerliches Stück.

Wenzel, aus „Das Abschminklied“, 
erschienen auf dem Album „Stirb mit mir ein Stück“, 1986 

Mehr zu Hans Eckardt Wenzel, seiner Poesie und seine Lieder könnt Ihr auf seiner Webseite wenzel-im-netz.de oder im Online-Shop erfahren.

[Youtube] Musikalische Berührungen

Diese Klaviersonate (Nr. 2) von Chopin gehört zu meinen Lieblingsstücken und ist mehr als nur empfehlenswert.  Es berührt mich so sehr, unbeschreiblich. Ich hatte diese Klaviersonate an dieser Stelle in meinem Blog bereits in der Fassung von Vladimir Horowitz sehr empfohlen. Für mich eines der Stücke, welches gespielt werden soll, wenn ich Abschied genommen habe.

Dieses Mal die Klaviersonate Nr. 2 von Chopin in der Fassung von Hélène Grimaud.