[RBB Kulturradio] Der Anfang vom Nirgendwo

Der Anfang vom Nirgendwo
Von Kaye Mortley

„At the back of Bourke“ sagen Australier, wenn sie „mitten im Nirgendwo“ meinen. Besonders für die weißen Australier ist Bourke Synonym für einen „Nicht-Ort“. Tatsächlich liegt Bourke tief im Landesinneren des Kontinents. Ein Drittel Aborigines wohnen hier. Wenn sie sich in die Wüste hinter Bourke begeben, wandern sie durch Landschaften ihrer Stammesgeschichte. Früher hatten die Ureinwohner Australiens ihre eigene Sprache und Kultur.

Dann kamen Invasion … Kriege … Massaker und Vertreibung. Die Aborigines werden zu Flüchtlingen im eigenen Land. Sie ziehen in die Stadt und verlieren unterwegs einen Teil ihrer kulturellen Identität. Kaye Mortleys akustische Fabel einer Gegend, die sprichwörtlich geworden ist für das „Nirgendwo“, handelt von den Menschen, die an diesem Ort leben und dennoch nicht zählen.

Quelle und zum Nachhören des Features folgt diesem Hyperlinkhttps://www.kulturradio.de

(bis 11.1.2019 verfügbar)

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[DHM] DEUTSCHER KOLONIALISMUS

FRAGMENTE SEINER GESCHICHTE UND GEGENWART

14. Oktober 2016 bis 14. Mai 2017

Obwohl das Deutsche Reich von 1884 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 eine der großen europäischen Kolonialmächte war, rückt die koloniale Vergangenheit in Deutschland erst seit wenigen Jahren zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Die Ausstellung des Deutschen Historischen Museums legt die koloniale Ideologie offen, die von einem europäischen Überlegenheitsdenken geprägt war. Die vielfältigen Herrschaftsbeziehungen reichten von lokal geprägten Allianzen und der Ausübung alltäglicher Gewalt bis hin zum Kolonialkrieg in Namibia, der in den Völkermord mündete. Ebenso vielschichtig waren die kolonialen Begegnungen. In ihnen verfolgten afrikanische, ozeanische und deutsche Akteure ihre jeweiligen Ziele und loteten ihre Handlungsspielräume aus. Die Ausstellung beleuchtet die Motive der Missionare, Beamten, Militärs, Siedler oder Kaufleute auf deutscher Seite ebenso wie die Interessen der Kolonisierten. Sie wirft dabei die Frage auf, inwieweit die Perspektiven der Kolonisierten in der historischen Überlieferung berücksichtigt sind und inwiefern dies im Widerspruch steht zum schieren Umfang von Sammlungen und Archiven, die in der Kolonialzeit entstanden sind und die Machtverhältnisse stützten.

Das ausgeprägte koloniale Bewusstsein hielt auch nach 1919 an. Dieser kontroversen Erinnerung an die koloniale Vergangenheit gibt die Ausstellung Raum, während künstlerische und zivilgesellschaftliche Perspektiven Einblicke in die Gegenwart des deutschen Kolonialismus in den betroffenen Ländern und in Deutschland eröffnen.

Die Ausstellung bietet neben Texten in deutscher und englischer Sprache die Hauptinformationen auch in Braille, in Leichter Sprache sowie als Gebärdenvideo an. „Inklusive Kommunikations-Stationen“ laden zu einem partizipativen Einstieg in jeden Themenbereich ein.

Flyer zur Ausstellung
Download (PDF)

Hier geht es zur Webseite dieser DHM – Ausstellung, die vom 14. Oktober 2016 bis 14. mai 2017 anzuschauen ist.

Das Deutsche Historische Museum Berlin ist täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet und in der Straße Unter den Linden 2 zu finden. Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt, Erwachsene für 8 €, Ermäßigungsberechtigte für 4€. Weitere Infos zum Museum …