Rio Reiser: Wann?

Wann?

Du sagst
Du willst die Welt nicht ändern
Und ich frag mich, wie machst du das nur
Du bist doch kein Geist in der Flasche
Und du bist auch kein Loch in der Natur
Denn nach jedem Schritt, den du gehst
Und nach jedem Wort, das du sagst
Und nach jedem Bissen, den du isst
Ist die Welt anders als sie vorher war

Wann, wenn nicht jetzt
Wo, wenn nicht hier
Wie, wenn ohne Liebe
Wer, wenn nicht wir

Du sagst
Du willst die Welt nicht retten
Das ist dir alles ne Nummer zu groß
Und die Weltenretter war’n schon so oft da
Nur die meisten verschlimmbessern bloß
Und doch fragt mich jeder neue Tag
Auf welcher Seite ich steh
Und ich schaff’s einfach nicht einfach zuzusehen
Wie alles den Berg runtergeht

Wann, wenn nicht jetzt
Wo, wenn nicht hier
Wie, wenn ohne Liebe
Wer, wenn nicht wir

Du sagst
Du willst die Welt nicht ändern
Dann tun’s eben andere für dich
Und der Wald, in dem du vor Jahren noch gespielt hast
Hat plötzlich ein steinernes Gesicht
Und die Wiese, auf der du grade noch liegst
Ist morgen ne Autobahn
Und wenn du jemals wieder zurückkommst
Fängt alles von vorne an

Wann, wenn nicht jetzt
Wo, wenn nicht hier
Wie, wenn ohne Liebe
Wer, wenn nicht wir

Rio Reiser, 1987

[Film] Vergissmichnicht

Manch eine / einer unter uns mag diesen Film aus dem Jahr 2010 mit Sophie Marceau trivial und auf simplen Unterhaltungswert zurecht geschnitten empfinden, aber die Botschaft und Frage, die der Film transportiert, ist in meinen Augen alles andere als simple. (Manchmal ist das „Komplizierte“ im ganz „Einfachen“ verpackt.):

Was ist aus uns und unseren Kindheitsträumen geworden?

Wenn Ihr selber Kinder (meine kleinen Mädels sind 2 und 7, die Großen 16 und 19) habt, dann könnt Ihr vielleicht besser mein Anliegen bzw. meine Fragestellung nachvollziehen.

Bei Interesse, findet sich der Film in voller Länge recht einfach bei YouTube. Hier nur der Filmtrailer.